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Sizilien

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Sizilien (ital. Sicilia, früher Trinakria) ist die größte Insel im Mittelmeer. Sie ist eine autonome Region Italiens und liegt südwestlich vor der „Stiefelspitze“ des italienischen Festlandes. Sizilien hat eine Fläche von 25.709 km² und rund 5 Millionen Einwohner, womit es etwas dichter besiedelt ist als das durchschnittliche Italien.

Renato Guttuso

Große Städte

Die Insel bildet nun mit den ihr vorgelagerten kleineren Inseln die Region Sizilien, deren Hauptstadt Palermo (686.722 Ew.) ist. Weitere wichtige Städte sind Catania (313.110 Ew.), Messina (252.026 Ew.), Syrakus (123.657 Ew.), Gela (72.774 Ew.), Trapani (68.346 Ew.), Caltanissetta (61.438 Ew.), Agrigent (59.056 Ew.), Ragusa (68.956 Ew.), Marsala (50.000 Ew.) und Enna (28.983 Ew.).Politisch ist die Region aufgegliedert in neun Provinzen: Agrigent, Caltanissetta, Catania, Enna, Messina, Palermo, Ragusa, Siracusa und Trapani.

Geographie

Sizilien ist eine Insel mit einer etwa dreieckigen Form, der sie ihren antiken Namen Trinakria verdankt. Vor ihrer ungefähr in Ost-Westrichtung verlaufenden Nordküste liegt das Tyrrhenische Meer, vor der Ostküste das Ionische Meer. Zwischen der Südküste (oder besser Südwestküste, da sie diagonal verläuft) und der tunesischen Küste liegt die Straße von Sizilien (ital. Stretto di Sicilia). Von dem italienischen Festland ist Sizilien durch die Straße von Messina (ital. Stretto di Messina) getrennt, eine Meerenge, die an der schmalsten Stelle etwa 3 km breit ist.

Vor der Nordküste liegen die äolischen oder liparischen Inseln (Isole Eolie), im Nordwesten die Insel Ustica. Die Westspitze wird von den ägadischen Inseln (Isole Egadi) gesäumt, während sich zwischen der Südküste Siziliens und der tunesischen Küste die Insel Pantelleria und die pelagischen Inseln (Isole Pelagie) befinden.

Im Norden und Osten steigt das Land steil aus dem Meer auf, Sandstrände gibt es in den zahlreichen Buchten, die die Felsküsten unterbrechen. Gegen Süden hin fällt das Land flach ab, hier gibt es größere flache Sandstrände.

Sizilien ist insgesamt sehr bergig, ebenere Gebiete gibt es nur im Süden. Im Norden setzen die Monti Peloritani, die Monti Nebrodi und die Monti Madonie die Gebirgskette des Apennin fort. Im Südosten erheben sich die Monti Iblei, im Landesinneren die Monti Erei und die Monti Sicani.

Der höchste Berg Siziliens ist der Ätna (3.345 m), der größte und aktivste Vulkan Europas. Weiterere aktive Vulkane sind Stromboli und Vulcano auf den gleichnamigen Inseln, die zu der Inselgruppe der liparischen Inseln gehören.

Die Flüsse Siziliens sind nicht sehr lang. Der längste ist der Simeto mit 113 km. Er entspringt in den Monti Nebrodi und mündet südlich von Catania in das Ionische Meer. Es folgt mit 77 km der Belice im Westen der Insel. Der Alcantara ist bekannt wegen seiner Schluchten, die er durch die Lava des Ätna gegraben hat.

 

Klima und Vegetation

Sizilien hat mediterranes Klima, mit warmem Frühling und Herbst, heißem Sommer und mildem Winter. Es gibt regional starke Schwankungen. Von Juni bis September regnet es sehr selten. Der November ist der regenreichste Monat. Die Temperaturen an der Küste sind milder als im Landesinneren. Im Januar beträgt die mittlere Temperatur 11 °C, im Juli sind es 27 °C. Im Sommer kann es durch Winde (Scirocco) aus dem Süden zu Temperaturen von bis zu über 40 °C kommen. Trotz der Wärme gibt es auf Sizilien Wintersportgebiete, zum Beispiel am Ätna.

Die Vegetation auf Sizilien ist subtropisch, teilweise gedeihen sogar tropische Pflanzen wie zum Beispiel Gummibäume oder Bananen. Häufig anzutreffen sind Olivenbäume, die wie im ganzen Mittelmeerraum auch auf Sizilien eine große Rolle in der Wirtschaft spielen. Außerdem werden Zitrusbäume angepflanzt. Die natürliche Vegetation ist durch Rodungen schon seit Jahrhunderten weitgehend zerstört und an ihrer Stelle ist nun die Macchia getreten, eine niedrige Gestrüppvegetation, die vorwiegend aus kleinen, höchstens 2 Meter hohen, dornenbewehrten, immergrünen Pflanzen besteht.

Bevölkerung

Die Bevölkerungsmehrheit Siziliens spricht die sizilianische Variante des Italienischen, welche oft auch als eigene Sprache angesehen wird. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an.

 

Wirtschaft, Verkehr

Haupterwerbsquelle der Sizilianer ist der tertiäre Sektor. Hierzu trägt auch der Tourismus bei. Daneben bietet das warme Klima günstige Bedingungen für die Landwirtschaft, die eine stärkere Rolle als in Norditalien spielt. Der industrielle Sektor ist hingegen von vergleichsweise geringer Bedeutung.

Im hügeligen, wasserarmen Landesinneren wird extensive Landwirtschaft in Form von Weidewirtschaft, Weizen- und Bohnenanbau betrieben. An der Küste können durch die dort besser gewährleistete Bewässerung Zitrusfrüchte, Weinreben, Mandeln, Oliven und sogar Baumwolle angebaut werden, so dass die Herstellung von Wein und Olivenöl ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig Siziliens ist.

Die von Sizilien aus betriebene Küsten- und Hochseefischerei, die es besonders auf Thunfisch und Sardellen abgesehen hat, macht ein Viertel der gesamten italienischen Fischerei aus.

Neben diesen Zweigen des primären Wirtschaftssektors gibt es aber auch petrochemische Industrien im Osten der Inseln, in der Nähe von Catania, Syrakus, Ragusa und Gela. In Catania sind zudem einige Hochtechnologieunternehmen vertreten, als Vorreiter und größter Vertreter der Elektronikkonzern STMicroelectronics, der 4.600 Mitarbeiter in Forschung und Produktion beschäftigt. Daneben sind auch die Förderung von Stein- und Kalisalzen sowie von Marmor in Sizilien verbreitet. Der einst wichtige Schwefelbergbau (zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Insel so gut wie Weltmonopolist) ist in den 1980er Jahren vollständig zum Stillstand gekommen.

Geschichte

An dieser Stelle soll nur ein kurzer Überblick über die Geschichte Siziliens gegeben werden, eine ausführlichere Darstellung bietet der Artikel Geschichte Siziliens.

Sizilien blickt in seinen letzten drei Jahrtausenden, die geschichtlich nachvollziehbar sind, auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurück. Bereits in vorhistorischer Zeit wurden die Einwohner von immer neuen Einwanderern verdrängt. Nur kurze Zeit war Sizilien jeweils politisch selbständig, meist wurde es von anderen Völkern beherrscht.

Um das Jahr 1000 v. Chr. herum war Sizilien hauptsächlich von drei Völkern besiedelt, den Sikanern, den Sikulern und den Elymern. Es folgte ab etwa 750 v. Chr. eine Periode der Kolonialisierung durch Phöniker, Griechen und Karthager bzw. Punier, die ihre Siedlungen vornehmlich an der Küste errichteten. In dieser Zeit war Sizilien als Teil Großgriechenlands vor allem von der Kultur griechischer Siedler geprägt.

Während des Ersten Punischen Krieges wurde Sizilien zur ersten Provinz des Römischen Reichs. Nach dem Untergang des Westreichs wurde Sizilien zunächst von den Vandalen und Ostgoten beherrscht und kam dann zum Byzantinischen Reich. Im 9. Jh. wurde es von den Arabern erobert.

Eine Blütezeit erlebte Sizilien, nachdem es von den Normannen erobert worden war und zu einem eigenständigen Königreich wurde. Die Symbiose aus byzantinischen, arabischen und normannischen Taditionen brachte viele bedeutende Kunstwerke hervor. Auch unter den Staufern, die auf die Normannenkönige folgten, dauerte diese Blüte noch an.

Danach geriet Sizilien wieder unter die Kontrolle ausländischer Mächte. Aragon, Spanien, Savoyen und Österreich folgten aufeinander. Unter den spanischen Bourbonen entstand das Königreich beider Sizilien, das Sizilien und Unteritalien umfasste, dessen Hauptstadt jedoch Neapel war.

Mit der Vereinigung Italiens, die mit Garibaldis Invasion in Sizilien begann, kam auch Sizilien 1861 zu dem neuen Königreich Italien. Auch heute noch gehört Sizilien politisch zu Italien. Seit 1946 hat es den Status einer autonomen Region mit umfassenden Selbstverwaltungsrechten.