Sizilien
ist eine Insel mit einer etwa dreieckigen Form, der sie ihren
antiken Namen Trinakria verdankt. Vor ihrer ungefähr in
Ost-Westrichtung verlaufenden Nordküste liegt das Tyrrhenische
Meer, vor der Ostküste das Ionische Meer. Zwischen der Südküste
(oder besser Südwestküste, da sie diagonal verläuft) und der
tunesischen Küste liegt die Straße von Sizilien (ital.
Stretto di Sicilia). Von dem italienischen Festland ist Sizilien
durch die Straße von Messina (ital. Stretto di Messina) getrennt,
eine Meerenge, die an der schmalsten Stelle etwa 3 km breit ist.
Vor der
Nordküste liegen die äolischen oder liparischen Inseln (Isole
Eolie), im Nordwesten die Insel Ustica. Die Westspitze wird von
den ägadischen Inseln (Isole Egadi) gesäumt, während sich
zwischen der Südküste Siziliens und der tunesischen Küste die
Insel Pantelleria und die pelagischen Inseln (Isole Pelagie)
befinden.
Im Norden
und Osten steigt das Land steil aus dem Meer auf, Sandstrände
gibt es in den zahlreichen Buchten, die die Felsküsten
unterbrechen. Gegen Süden hin fällt das Land flach ab, hier gibt
es größere flache Sandstrände.
Sizilien
ist insgesamt sehr bergig, ebenere Gebiete gibt es nur im Süden.
Im Norden setzen die Monti Peloritani, die Monti Nebrodi und die
Monti Madonie die Gebirgskette des Apennin fort. Im Südosten
erheben sich die Monti Iblei, im Landesinneren die Monti Erei
und die Monti Sicani.
Der höchste
Berg Siziliens ist der Ätna (3.345 m), der größte und aktivste
Vulkan Europas. Weiterere aktive Vulkane sind Stromboli und
Vulcano auf den gleichnamigen Inseln, die zu der Inselgruppe der
liparischen Inseln gehören.
Die Flüsse
Siziliens sind nicht sehr lang. Der längste ist der Simeto mit
113 km. Er entspringt in den Monti Nebrodi und mündet südlich
von Catania in das Ionische Meer. Es folgt mit 77 km der Belice
im Westen der Insel. Der Alcantara ist bekannt wegen seiner
Schluchten, die er durch die Lava des Ätna gegraben hat.
Klima und
Vegetation
Sizilien
hat mediterranes Klima, mit warmem Frühling und Herbst, heißem
Sommer und mildem Winter. Es gibt regional starke Schwankungen.
Von Juni bis September regnet es sehr selten. Der November ist
der regenreichste Monat. Die Temperaturen an der Küste sind
milder als im Landesinneren. Im Januar beträgt die mittlere
Temperatur 11 °C, im Juli sind es 27 °C. Im Sommer kann es durch
Winde (Scirocco) aus dem Süden zu Temperaturen von bis zu über
40 °C kommen. Trotz der Wärme gibt es auf Sizilien
Wintersportgebiete, zum Beispiel am
Ätna.
Die
Vegetation auf Sizilien ist subtropisch, teilweise gedeihen
sogar tropische Pflanzen wie zum Beispiel Gummibäume oder
Bananen. Häufig anzutreffen sind Olivenbäume, die wie im ganzen
Mittelmeerraum auch auf Sizilien eine große Rolle in der
Wirtschaft spielen. Außerdem werden Zitrusbäume angepflanzt. Die
natürliche Vegetation ist durch Rodungen schon seit
Jahrhunderten weitgehend zerstört und an ihrer Stelle ist nun
die Macchia getreten, eine niedrige Gestrüppvegetation, die
vorwiegend aus kleinen, höchstens 2 Meter hohen, dornenbewehrten,
immergrünen Pflanzen besteht.
Bevölkerung
Die
Bevölkerungsmehrheit Siziliens spricht die sizilianische
Variante des Italienischen, welche oft auch als eigene Sprache
angesehen wird. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der
römisch-katholischen Kirche an.
Wirtschaft,
Verkehr
Haupterwerbsquelle der Sizilianer ist der tertiäre Sektor.
Hierzu trägt auch der Tourismus bei. Daneben bietet das warme
Klima günstige Bedingungen für die Landwirtschaft, die eine
stärkere Rolle als in Norditalien spielt. Der industrielle
Sektor ist hingegen von vergleichsweise geringer Bedeutung.
Im
hügeligen, wasserarmen Landesinneren wird extensive
Landwirtschaft in Form von Weidewirtschaft, Weizen- und
Bohnenanbau betrieben. An der Küste können durch die dort besser
gewährleistete Bewässerung Zitrusfrüchte, Weinreben, Mandeln,
Oliven und sogar Baumwolle angebaut werden, so dass die
Herstellung von Wein und Olivenöl ein weiterer wichtiger
Wirtschaftszweig Siziliens ist.
Die von
Sizilien aus betriebene Küsten- und Hochseefischerei, die es
besonders auf Thunfisch und Sardellen abgesehen hat, macht ein
Viertel der gesamten italienischen Fischerei aus.
Neben
diesen Zweigen des primären Wirtschaftssektors gibt es aber auch
petrochemische Industrien im Osten der Inseln, in der Nähe von
Catania, Syrakus, Ragusa und Gela. In Catania sind zudem einige
Hochtechnologieunternehmen vertreten, als Vorreiter und größter
Vertreter der Elektronikkonzern STMicroelectronics, der 4.600
Mitarbeiter in Forschung und Produktion beschäftigt. Daneben
sind auch die Förderung von Stein- und Kalisalzen sowie von
Marmor in Sizilien verbreitet. Der einst wichtige
Schwefelbergbau (zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Insel so
gut wie Weltmonopolist) ist in den 1980er Jahren vollständig zum
Stillstand gekommen.
Geschichte
An dieser
Stelle soll nur ein kurzer Überblick über die Geschichte
Siziliens gegeben werden, eine ausführlichere Darstellung bietet
der Artikel Geschichte Siziliens.
Sizilien
blickt in seinen letzten drei Jahrtausenden, die geschichtlich
nachvollziehbar sind, auf eine sehr wechselhafte Geschichte
zurück. Bereits in vorhistorischer Zeit wurden die Einwohner von
immer neuen Einwanderern verdrängt. Nur kurze Zeit war Sizilien
jeweils politisch selbständig, meist wurde es von anderen
Völkern beherrscht.
Um das Jahr
1000 v. Chr. herum war Sizilien hauptsächlich von drei Völkern
besiedelt, den Sikanern, den Sikulern und den Elymern. Es folgte
ab etwa 750 v. Chr. eine Periode der Kolonialisierung durch
Phöniker, Griechen und Karthager bzw. Punier, die ihre
Siedlungen vornehmlich an der Küste errichteten. In dieser Zeit
war Sizilien als Teil Großgriechenlands vor allem von der Kultur
griechischer Siedler geprägt.
Während des
Ersten Punischen Krieges wurde Sizilien zur ersten Provinz des
Römischen Reichs. Nach dem Untergang des Westreichs wurde
Sizilien zunächst von den Vandalen und Ostgoten beherrscht und
kam dann zum Byzantinischen Reich. Im 9. Jh. wurde es von den
Arabern erobert.
Eine
Blütezeit erlebte Sizilien, nachdem es von den Normannen erobert
worden war und zu einem eigenständigen Königreich wurde. Die
Symbiose aus byzantinischen, arabischen und normannischen
Taditionen brachte viele bedeutende Kunstwerke hervor. Auch
unter den Staufern, die auf die Normannenkönige folgten, dauerte
diese Blüte noch an.
Danach
geriet Sizilien wieder unter die Kontrolle ausländischer Mächte.
Aragon, Spanien, Savoyen und Österreich folgten aufeinander.
Unter den spanischen Bourbonen entstand das Königreich beider
Sizilien, das Sizilien und Unteritalien umfasste, dessen
Hauptstadt jedoch Neapel war.
Mit der
Vereinigung Italiens, die mit Garibaldis Invasion in Sizilien
begann, kam auch Sizilien 1861 zu dem neuen Königreich Italien.
Auch heute noch gehört Sizilien politisch zu Italien. Seit 1946
hat es den Status einer autonomen Region mit umfassenden
Selbstverwaltungsrechten.